Instagram startet Influencer Tool

„Jetzt geht es den Influencern an den Kragen“ – So oder ähnlich lauteten gestern einige Beiträge zu Instagrams neuester Funktion. Der Grund für diese Annahme: Bei Instagram sollen Nutzer nun auch Kooperationen mit Unternehmen als solche Kennzeichen. Das selbe Vorgehen kennen wir bereits von Facebook, hier hat das Netzwerk umfangreiche Policies eingesetzt, um unerlaubte Schleichwerbung in Zukunft zu vermeiden.

Aktuell ist es für den Konsumenten kaum nachvollziehbar, ob ein Inhalte-Ersteller, der ein Produkt entweder anpreist, vorstellt oder einfach nur in seinen Medien platziert, hierfür Geld erhalten hat, oder nicht. Trotz einer rechtlich eindeutigen Handlungsanweisung, die wir hier auch in einem ausführlichen Whitepaper beschreiben, wird die Kennzeichnung nach wie vor in den allermeisten Fällen ignoriert oder „vergessen“.

Dass dieses Vorgehen nicht ganz ungefährlich ist, musste erst kürzlich der YouTuber „Flying Uwe“ feststellen, der für die fehlende Kennzeichnung seiner Shows als „Dauerwerbesendung“ von der Medienanstalt Schleswig Holstein zu einem Bußgeld von 10.500 Euro verdonnert wurde. Er hatte in seinen Shows mehrfach (eigene) Produkte ausgiebig positiv vorgestellt.

Nun startet also – nach Facebook – auch Instagram eine Initiative für mehr Transparenz. Über 700 Millionen Instagram Nutzer sollen direkt wissen, wo sie dran sind. Wer ein Produkt präsentiert, dass er im Rahmen einer Kooperation erhalten hat, oder wer Geld für diese Werbung erhält, soll genau dies mit einem Hinweis kennzeichnen. Die Funktion wurde vorgestern auf dem Instagram Blog angekündigt, erfahrungsgemäß wird es jetzt also noch ein paar Monate dauern, bis wir sie auch in Deutschland sehen werden.

Bis dahin will Instagram das neue Format erst einmal testen und auf Feedback der Nutzer und Marken hören. Anschließend sollen auch klare Guidelines und eine Policy etabliert werden, ähnlich wie wir das ja schon von Facebook kennen. es dürfte also für Influencer verpflichtend werden, Kooperationen auch als solche zu kennzeichnen. Der deutsche Gesetzgeber sieht eine solche Kennzeichnung bereits heute vor, wenn gleich sich kaum einer an diese Vorgabe hält.

Entgegen anderen Medien erwarten wir nicht wirklich Probleme für Influencer auf Instagram. Wir denken, dass sich dieses neue Kennzeichnung ähnlich unauffällig wie bei Facebook einfach im Feed einfügen wird und das nur der Nutzer, der gezielt darauf achtet, diesen Hinweis wahrnimmt. Gleichwohl erhöht es bei einer konsequenten Umsetzung die Transparenz im Netzwerk. Und das ist am Ende gut für alle Beteiligten – inklusive Instagram.

Auch was den Zugriff auf Reichweite und Interaktionszahlen angeht, soll sich das neue Tool ähnlich dem Facebook Branded Content verhalten. Während der Ersteller eines Posts weiterhin innerhalb von Instagram auf diese Werte zugreifen kann, sieht das markierte Partnerunternehmen diese Werte innerhalb der Facebook Page Insights. Dort dann wahrscheinlich auch unter dem Punkt „Branded Content“.

Noch hat das neue Tool scheinbar keinen offiziellen Namen. Wahrscheinlich wird es wohl auf „Paid Partnership“-Tag, beziehungsweise auf Paid-Partnership Policy rauslaufen. Instagram vermeidet im Moment scheinbar noch bewusst die Bezeichnung „Branded Content“. Wahrscheinlich auch, weil es später in den Policies Unterschiede geben wird.

ImageCredits: Mockdrop.io

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