Gewerbeanmeldung für Blogger, Affiliates und Website-Betreiber notwendig?

Immer wieder bekomme ich die Frage gestellt, ob man als Website-Betreiber überhaupt eine Gewerbeanmeldung braucht.

Das ist eine nachvollziehbare Frage, betreiben doch viele ihre Affiliate- oder Nischenwebsites nebenbei als Hobby.

In diesem Artikel beantworte ich diese Frage.

Wer muss ein Gewerbe anmelden?

Die Gewerbeanmeldung ist in Deutschland für alle Personen notwendig, die einer gewerblichen Tätigkeit nachgehen, egal ob diese haupt- oder nebenberuflich ist.

Laut §15 Abs.2 EStG ist eine gewerbliche Tätigkeit an den folgenden Punkten zu erkennen:

  • Man muss selbständig tätig und für die eigenen Entscheidungen verantwortlich sein.
  • Ein Gewerbe muss nachhaltig sein und damit langfristig angelegt.
  • Das wohl wichtigste Merkmal ist die Gewinnerzielungsabsicht. Man muss also Geld verdienen wollen.
  • Man handelt mit anderen Unternehmen und Selbständigen Waren und Leistungen.

Sind diese Punkte gegeben (es müssen allerdings nicht alle erfüllt sein), dann ist eine Gewerbeanmeldung notwendig.

Für Blogger, Affiliates und Websites-Betreiber ist vor allem die Gewinnerzielungsabsicht ein klares Indiz. Wer also irgendeine Einnahmequelle einbaut, sei es Google AdSense, Affiliatelinks oder nur einen bezahlten Link, der muss ein Gewerbe anmelden.

Freiberufler oder Gewerbetreibender?

Der eine oder andere ist der Meinung, dass er Freiberufler sei und deshalb kein Gewerbe anmelde müsse. Das ist aber meist nicht der Fall.

Unter den freien Berufen (§18 EStG) versteht man Anwälte, Ärzte, Notare, Künstler und ähnliches. Website-Betreiber gehören mit Sicherheit nicht dazu, auch wenn sich der eine oder andere Blogger als Schriftsteller versteht.

Das bedeutet, dass eigentlich jeder Website-Betreiber, der mit seiner Website Geld verdienen möchte, ein Gewerbetreibender ist und damit eine Gewerbeanmeldung abgeben muss.

Wann muss man sich anmelden?

Auch bei dieser Frage gibt es eine große Unsicherheit.

Nimmt man das Gesetz (§14 der GewO) sehr genau, dass muss man das Gewerbe mit der Aufnahme der Tätigkeit anmelden. Hat man also vor eine Website zu erstellen, mit der man später Geld verdienen will, dann müsste man die Gewerbeanmeldung sofort vornehmen, wenn man anfängt die Website aufzubauen.

In der Realität gehen das viele etwas lockerer an und melden erst dann ein Gewerbe an, wenn wirklich die erste Einnahmequelle eingebaut wird. Spätestens sollte man das also tun, wenn man Google AdSense, Affiliatelinks und Co. einbaut.

Man könnte also erstmal eine Website nur zum Spaß aufbauen und die Besucherzahlen steigern, bevor man sich entschließt damit Geld zu verdienen. Dann ist die Gewerbeanmeldung aber notwendig und nicht erst, wenn die ersten Einnahmen eintreffen.

Zum Gewerbeamt

Die Gewerbeanmeldung ist verhältnismäßig einfach. Von der viel gescholtenen Bürokratie ist dabei nichts zu merken.

Man geht einfach zum örtlichen Gewerbeamt wenn man 18 Jahre oder älter ist und nimmt seinen Ausweis mit. Zudem sollte man etwas Geld dabei haben, da die Anmeldung je nach Gewerbeamt zwischen 20 und 40 Euro kostet. (Es gibt aber auch immer mehr Gewerbeämter, die die Anmeldung online ermöglichen oder zumindest eine Vorlage des Formulars im Netz bereitstellen.)

Auf dem Gewerbeamt füllt man die Gewerbe-Anmeldung aus, wobei einem der Mitarbeiter behilflich ist. Gedanken sollte man sich vorher schon mal über die Tätigkeits-Beschreibung gemacht haben. Diese soll beschreiben, was man in seinem Gewerbe tut. Sie sollte aber nicht zu spezifisch sein, damit man später noch flexibel ist.

„Internet-Dienstleistungen“ steht bei mir in der Gewerbeanmeldung, wobei es auch ein wenig vom Gewerbeamt abhängt, wie genau diese es haben möchten. Das ist dann erstmal alles.

Wer noch nicht volljährig ist, kann dennoch ein Gewerbe anmelden.

Und dann?

Nach ein paar Wochen bekommt man automatisch Post vom Finanzamt. Man muss den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ ausfüllen, den ich sicher mal in einem anderen Artikel genauer erläutern werde. Zudem meldet sich die IHK.

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